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Lyriker Reiner Kunze

Ehrung rührt Reiner Kunze zu Tränen

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Lyriker wird in seiner Geburtsstadt mit Einweihung eines Platzes überrascht - Zusammentreffen mit Schulkameraden weckt Erinnerungen

VON CRISTINA ZEHRFELD

Oelsnitz. Edelstahl-Stele und Lin­denbaum, Kunst und Natur. Diese Kombination prägt den Platz an der Vaterlandsgrube, der gestern zu Eh­ren des Dichters Reiner Kunze ein­geweiht worden ist. Grundstücksei­gentümer Armin Meier und sein Sohn Jan enthüllten die Stele, auf der Kunzes Gedicht „Die Linde" zu lesen ist.

Der Gestalter der Säule, der Lu­gauer Maler und Grafiker Klaus Hirsch, deutete an, wie viele Gedan­ken er sich über die Form gemacht hatte: Eine Gestaltung des Bodens, mehrere Pulte mit Kunze-Gedichten oder eine durchbrochene Wand wa­ren in Erwägung gezogen worden. Nicht nur die Form, auch der Stand­ort bot Raum zu Diskussionen. Hirsch: „Ich war überrascht, kannte diesen Platz gar nicht so genau. Doch man kann keinen besseren Platz finden. Die Wege gehen nach allen Richtungen. Der Blick geht nach Oelsnitz und über Oelsnitz hi­naus." Und, so möchte man hinzu­fügen, der wenige Meter entfernte Traditionspunkt Vaterlandsgrube, der zum Bergbaulehrpfad gehört, zeigt die Herkunft des Lyrikers an, denn Kunzes Vater war Bergarbei­ter.

„Ich habe bis zur Autofahrt hier­her nicht gewusst, was hier ge­schieht. Sie haben alle dicht gehal­ten. Zum Glück haben Sie mir Zeit gegeben, meine Stimme wiederzu­finden." Viel weiter kam Reiner Kunze in seiner Dankesrede nicht.

Ein tränenersticktes „Vielen Dank", dann hatte ihn die Rührung endgül­tig übermannt. Eine so emotionale Reaktion hatte wohl kaum einer er­wartet. Später bekennt Kunze: „Ich wurde hier vor vollendete Tatsa­chen gestellt. Ich fühle mich ganz, ganz klein."

Mit der Ernennung zum Ehren­bürger im Jahr 2003 und dem 2007 erstmals verliehenen Reiner-Kun­ze-Preis wurde dem Lyriker bereits Anerkennung in seiner Geburts­stadt zuteil. Wobei wohl kaum ein­deutig zu klären ist, wer hier wen schmückt: Die Stadt den Lyriker, oder der Lyriker die Stadt Oelsnitz.

Dass Kunze im Bewusstsein der Oelsnitzer endgültig wieder zu Hau­se angekommen ist, haben einige der fast 5o Besucher gezeigt. So wur­de Kunze von ehemaligen Schul­freunden angesprochen und ihm war ganz fatal, dass er sich der Na­men nach 6o Jahren kaum erinnert. Einem Besucher gab er für die Schwester mit auf den Weg: „Wer weiß, was wir damals für einen Un­sinn gemacht haben. Falls ich sie ge­ärgert habe, soll sie es mir bitte ver­zeihen."

Sein Schulkamerad Helmut Fuß­gänger bekennt: „Ich. wollte ihn schon lange mal ansprechen und habe ihn auch schon auf Veranstal­tungen gesehen. Aber bisher bin ich nie herangekommen." Gestern hat es geklappt und Fußgänger hat Kun­ze sogar ein Anfang der 194oer Jah­re aufgenommenes Foto mitge­bracht, auf dem beide zu sehen sind. Jugenderinnerungen, die Kunze spürbar in sich aufsaugt, obwohl oder vielleicht gerade weil sie so weit weg waren: „Je älter man wird, umso näher rücken diese Dinge wieder", bekennt der heute in Erlau bei Passau lebende Kunze.

Bilder oben:

Der Oelsnitzer Ehrenbürger Reiner Kunze mit Ehefrau Elisabeth. Kunze hatte sichtlich Mühe, seine Bewegung zu verbergen. Auf einer Edelstahl-Stele ist Kunzes Gedicht „Die Linde" zu lesen.

-FOTOS: ANDREAS TANNERT


 
 
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