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Traditionspunkt 13 Hedwig-Schacht und Friedens-Schacht

Hedwig-Schacht
(nach 1945 Albert-Jacob-Schacht I)

geteuft:    1857 -1861 auf 597 Meter
weitergeteuft:  1917 auf 765 Meter
verfüllt:    1973

Friedens-Schacht
(nach 1945 AIbert-Jacob-Schacht II)

geteuft:    1871 -1876 auf 615 Meter
weitergeteuft:  1895 auf 765 Meter
verfüllt:    1966














Aufnahme um das Jahr 1928. In der Bildmitte im Vordergrund die füe ausländische Arbeiter errichteten Baracken.

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In einem Gebäude (Bildmitte) des ehemaligen Bekleidungswerkes befindet sich seit 1999 die Bowling-Ranch "Zum Goldgräber", eine beliebte gastrnomische Einrichtung mit mehreren Bowlingbahnen. Links im Bild der Getränkemarkt Hoffmann, im Hintergrund die Friedensschachthalde.




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oelsnitzer Volksbote Seite 20 28. März 2008

Historisches aus dem Oelsnitzer Steinkohlenbergbau

Der Hedwig- Schacht - ältester Steinkohlenschacht in OelsnitzlErzgebirge

Der Hedwig-Schacht wurde 1856 durch einen Aufruf der Oelsnitzer Berg baugesellschaft gegründet. Er wurde damit das erste größere Steinkohlenunternehmen in Oelsnitz. Die Abteufung des Schachtes er­folgte von 1857 bis 1861 auf 597 Meter. Nach 500 Meter Teufe wurde eine Flözgruppe von mehr als 12 Meter Mächtigkeit erschlossen. Mit diesen großen Vorkommen hatte die Oelsnitzer Bergbaugesellschaft nicht gerechnet. Die gesamte Vorbereitung und Planung war darauf nicht eingerichtet, so dass die Maschinen und Anlagen aller Art zu klein und zu eng bemessen waren. So war zum Beispiel die Förderma­schine zu schwach bemessen, um die in der Grube anfallenden Berge ausfördern zu können. Auch waren die im Grubenfeld angelegten Ab­baue ungünstig angelegt, so dass es zu vielen Bränden kam. Der Ver­kauf und Absatz der Kohle erfolgte unter den ungünstigsten Umstän­den. Das Werk hatte keinen Anschluß an die Chemnitz - Würschnitzer Eisenbahn, so dass die gesamte Förderung mit Pferdewagen nach dem drei Kilometer entfernten Verladeplatz nach Neuoelsnitz transpor­tiert werden muße. Zur Verbesserung der Wetterführung wurde 1871 -1876 der Friedens-Schacht aufgefahren und unter Tage eine Verbin­dung zum Hedwig-Schacht hergestellt. Als am 5. Oktober 1883 im Schacht Feuer ausbrach und das Treib­haus und 2 anliegende Maschinenhäusern abbranden, mußte der Be­trieb für längere Zeit eingestellt werden.

Die Oelsnitzer Bergbaugesellschaft mit dem Hedwig- und Friedens­Schacht mußte in Liquidation gehen.
Am 15. Dezember 1883 wurde die Oelsnitzer Bergbaugewerkschaft neu gegründet. Beide Schächte (Hedwig-und Friedens-Schacht) wur­den bis auf 765 Meter weitergeteuft.
Nach zögerlichen Aufschwung, brach durch die Kriegswirren 1914 - 1918, die Steinkohlenförderung abermals zusammen, so dass am 12. Januar 1920 die Oelsnitzer Bergbaugewerkschaft an die Gewerk­schaft „Deutschland" verkauft wurde. Damit hatte das älteste Oelsnit­zer Steinkohlenwerk aufgehört zu bestehen. 1920 erfolgte unter Tage die Verbindung mit der Fördersohle vom Deutschlandschacht 1 . Da­nach diente der Hedwig-Schacht nur noch als Material- und Wetter­schacht. 1973 wurde der Hedwig-Schacht entgültig verfüllt.
Nicht mehr zu nutzende Anlagen und Räume wurden anderweitig ge­nutzt, so dass für viele Jahre zum Beispiel eine große zentrale Wä­scherei ihren Betrieb aufgenommen hatte. Diese Wäscherei existiert ebenfalls nicht mehr an diesem Ort.Es ist interessant, dass sich in den Räumen der ehemaligen Wäsche­rei eine völlig neuartige Produktionsstätte entwickelt, und zwar die Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft GmbH (FEG). Eine Pro­duktion die Hochleistungstechnologien einsetzt und weiter entwickelt. Heute erinnern nur noch wenige Gebäude daran, dass hier einst der älteste Steinkohlenschacht in Oelsnitz bestanden hat.
Mit der Entwicklung der SDAG Wismut entstand auf dem ehemaligen Gelände vom Hedwig-Schacht ein großer Busparkplatz für wismutei­gene Busse. Dieser wurde später umgewandelt in eine Gartenanlage.Im Wandel der Zeiten entstanden und verschwanden Betriebe, Institi­uonen, Werkstätten und Geschäfte. So ist zZ. noch bekannt, dass in den ehemaligen Schachträumen zu DDR-Zeiten eine MTS (Maschinen- und Traktorenstation) unterge­bracht war. 1990 entwickelte sich in diesen Räumen ein Getränke­markt. Bis 1996 verschwanden nach und nach die alten Gemäuer, so dass sich am 30. November 1996 ein respektabler Geschäftskomplex für Getränke eröffnet werden konnte. Ein Traditionspunkt zum Berg­baulehrpfad erinnert daran, dass an dieser Stelle einst Bergbau be­trieben wurde. Ebenfalls gab es noch auf diesen Gelände den VEB Baugrund mit Sitz in Berlin. Dieser ist heute ebenfalls verschwunden. Zu DDR-Zeiten arbeitete in Baracken ähnlichen Gebäuden das „VEB Lößnitzer Bekleidungswerk". Sie stellten Jeansbekleidung (Hosen, Jacken und Arbeitsbekleidung) her. 1990 erfolgte ein letzter Ausverkauf. Der Betrieb existierte damit nicht mehr. Heute steht hier eine Bowling-Ranch.


Wolfgang Mende

Förderverein Bergbaumuseum OelsnitzlErzgebirge e.V.


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Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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