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Waggon gesellt sich zu Stellwerk

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Oelsnitzer Ehepaar schreibt Bahnhofsgeschichte weiter

Neuoelsnitz. Das Stellwerk in Neu­oelsnitz muss nicht mehr allein als Bahnhofs-Rudiment seine Denk­malspflicht erfüllen. Morgen wird an der Pflockenstraße emsiges Trei­ben herrschen. Ein Bauzugwaggon mit großen Rolltüren wird vor dem Stellwerk per Kran aufgestellt und holt so fast vergessenes Bahnhofs­flair ins Heute. Um die Schienenzu­lassung und den Transport von Stollberg nach Oelsnitz haben sich Roswita und Lothar Bartschat ge­kümmert, weder finanzielle noch logistische Mühen gescheut.

Schon beim Erwerb des ehemali­gen Stellwerkes haben die Bart­schats im Jahr 2o06 bürokratische Hürden genommen, um das noch einzig übrig gebliebene Gebäude des um 1990 stillgelegten Neuoels­nitzer Bahnhofes zu retten. Ihr Zu­hause ist das von ihnen um- und ausgebaute alte Bahnwärterhäus­chen. So lag es nach den Worten von Lothar Bartschat natürlich na­he, das auf seinem Grundstück be­findliche Stellwerk zu erhalten. Vor dem Abriss zu retten.

Angetan hatte es den als Ideensu­cher bekannten Eisenbahnfreund die markante Fensterfront. Dass sich aus dem sächlichen Beweis 140-jähriger Eisenbahngeschichte nicht nur ein gesuchtes Fotomotiv machen lässt, das neuer Technik weichen musste, war dem Ehepaar auch klar. Sie haben das Stellwerk ausgebaut zu einem Treffpunkt der Geselligkeit. Familien, Mitglieder von Vereinen, Beschäftigte von Un­ternehmen oder kommunalen Ein­richtungen feiern seither gern im Stellwerk. Es bietet 3o bis 40 Perso­nen Platz. In geselliger Runde er­zählt man sich dabei auch so man­che Geschichten vom Schienen­strang durchs einstige Lugau-Oels­nitzer Kohlerevier.

In Zukunft wird nun die Ge­schichte vom Bauzugwaggon hinzu­kommen. Ohne schon konkrete Plä­ne zu haben, was aus ihm werden soll, hat Lothar Bartschat in den ver­gangenen Tagen Schienen- und Schwellensegmente gelegt. Auch bei Regen. Denn morgen kommt der Waggon. „Der Termin ist nicht mehr zu kippen, auch wenn es schneit", so Bartschat. „Die Kaufsumme war nicht der Rede wert", berichtet er, „das Aufstellen und der Transport kosten dafür richtig Geld." Gerade noch rechtzeitig hatte Bartschat das Verschrotten das ausgedienten Bau­zuges verhindern können.

1858 war für das Lugau-Oelsnit­zer Revier über die Strecke von Nie­derwürschnitz nach Wüstenbrand eine Eisenbahnverbindung nach Chemnitz geplant und 1877 mit dem Bau der 19,46 Kilometer lan­gen Eisenbahnlinie Stollberg - St. Egidien begonnen worden. Ab 1878 rollte der Eisenbahnverkehr für den wachsenden Kohlen- und Materialtransport. Ein Jahr darauf gab man die Linie für den Personen­verkehr frei. In seiner Blütezeit be­saß der Bahnhof sechs Gleise, eine Drehscheibe, 17 Weichen und eine Doppelkreuzweiche. Das Einzugs­gebiet reichte bis Oberwürschnitz und Neuwiese. 195o zum Beispiel fuhren 220 bis 240 Waggons mit Steinkohle aus dem Karl-Lieb­knecht-Schacht auf sechs Gleisen in drei Anschlussrichtungen. Zudem wurde Grubenholz umgeschlagen. 199o sind der Personen-, 1996 der Güterverkehr stillgelegt worden. Seit 2003 verkehrt die City-Bahn zwischen St. Egidien und Stollberg. Rollt nach dem Halt am neuen Hal­tepunkt Neuoelsnitz vorbei am al­ten Stellwerk und Bauzugwaggon.

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(Bild oben) Lothar Bartschat aus Oetsnitz legt Schienen- und Schwellensegmente. Auf seinem privaten Stellwerksgelände an der Pflockenstraße wird ab morgen ein Bauzugwaggon stehen.   -FOTO: ANDREAS TANNERT

(Freie Presse vom 20. November VON ELKE GÖPFERT)

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