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Sächsischer Steinkohlebergbau

Im Vergleich mit dem Kohlenbergbau an Ruhr und Saar ist der Bekanntheitsgrad des sächsischen Steinkohlenbergbaues als gering einzustufen. Hierfür zeichnen u.a. die begrenzten Steinkohlenlagerstätten verantwortlich. Förderten beispielsweise  im Jahr 19oo im deutschen Zollgebiet 317 Werke 109.290.237 Tonnen Steinkohle, davon 164 Betriebe mit 59.618.9oo Ton­nen im Oberbergamtsbezirk Dortmund, waren es im Königreich Sachsen 31 Unternehmen mit einer Gesamtförderleistung von 4.802.700 Tonnen; das entspricht einem Anteil von nahezu 4,5 %. Entsprechend niedrig lag auch die Beschäftigtenquote, die etwa im Jahr 1925 2,1 % für den sächsischen Bergbau insgesamt betrug. Ein weiterer Grund für die nur geringe Beachtung ist dem Umstand geschuldet, dass der Steinkohlenbergbau in Sachsen stets im Schatten des populäreren Erzbergbaues stand (und bis heute steht), sowohl zu Abbauzeiten als auch nachfolgend im Bereich der Brauchtumspflege.
Dennoch wäre die Industrialisierung Sachsens ohne die einheimische Kohle in anderen Bahnen verlaufen. Der ansässigen Wirtschaft hat sie enorme Impulse verliehen und die ökonomische Struktur, die Landschaft und die sozialen Verhältnisse in den Kohlenrevieren um Zwickau, Oelsnitz und Freital beeinflusst. Insbesondere die Herausbildung der industriellen Steinkohlenförderung bis zu ihrer Stilllegung bzw. Umgestaltung ist ein wesentliches  Anliegen dieser Homepage An Hand ausgewählter Steinkohlenwerke (Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier)  sollen Entstehung, Entwicklung und Niedergang des Industriezweiges dokumentiert werden. 

Geht man von der Anzahl existierender Industriedenkmäler auf dem Gebiet des Bergbaues aus, so ist die Erinnerungskultur zum Erzbergbau in Sachsen weitaus ausgeprägter als die des Steinkohlenbergbaues: Einer bun­ten Vielzahl von Schaubergwerken einschließlich Hütten und Hämmer stehen das Bergbaumuseum in Oelsnitz/Erzgebirge, das Haus der Heimat in Freital und das kleine Bergbaumuseum in Reinsdorf bei Zwickau als Erinnerungsstätten der über 6oo Jahre währenden Steinkohlengewinnung und -verarbeitung gegenüber. Zu diesem Kreis ist auch das Sächsische Staatsarchiv-Bergarchiv Freiberg zu zählen, das neben der Fotoüberliefe­rung die ebenso wertvollen Akten und Risse zum sächsischen Steinkohlen­bergbau verwahrt.  Darüber hinaus gibt es Traditionsvereine in Zwickau, Oelsnitz/Erzgebirge und Freital, die einschlägige Literatur publizieren, bei entspre­chenden Ausstellungen mitwirken, aber auch Bergbaulehrpfade und Do­kumentationstafeln anlegen. Wie die Museen und Archive offerieren auch sie eine Produktpalette rund um das einstmals schwarze Gold, die konkret abrufbare, die eigene Herkunft, Identität und Erfahrung bestätigende oder hinterfragende Geschichte bietet.

Steinkohlenreviere

Das erzgebirgische Becken erstreckte sich von Hainichen im Nordosten bis Werdau/Crimmitschau im Südwesten über eine Länge von ca. 7o km und einer ansteigenden Breite von nahezu 4 auf 25 km. Das erzgebirgische Becken als so genannter limnischer (im Süßwasser entstandener) Bildungsraum ist gefüllt mit Ablagerungen des Oberkarbon und des Rotliegenden. Es bildete sich vor ca. 300 Millionen Jahren heraus.

Zwickauer Steinkohlenrevier
Im südwestlichen Teil des Beckens befindet sich die Zwickauer Steinkohlenlagerstätte mit Schwerpunkt im südlichen Stadtgebiet von Zwickau zu beiden Seiten der Mulde. Das Terrain abbauwürdiger Flöze erstreckte sich in der Ost-West­Ausdehnung auf 11 km und in der Nord-Süd-Ausdehnung zwischen 1,5 und 4 km. Die Gesamtfläche beträgt 3o km². Die Schichtenfolge der Zwickauer Lagerstätte unterteilte sich in Grund-, Steinkohlen- und Deckgebirge.

Lugau- Oelsnitzer Steinkohlenrevier
Östlich der Zwickauer Kohlenregion im Erzgebirgsbecken befindet sich das ehemalige Lugau-Oelsnitzer Revier, dessen Lagerstätte unter den Fluren der Orte Lugau, Niederwürschnitz, Neuwürschnitz, Hohndorf und Gersdorf eine Fläche von 3o km² umfasste.

 

Freital- Döhlener Steinkohlenrevier
Das südwestlich von Dresden gelegene Döhlener Becken dehnt sich von Wilsdruff bis Maxen auf einer Breite von 6 km und einer Gesamtlänge von 22 km. Die Steinkohlenlagerstätte erstreckte sich von Ober- und Niederhermsdorf über Zauckerode, Döhlen, Potschappel, Grossburgk und Kleinnaundorf bis Hänichen, Rippien und Wilmsdorf auf einer Länge von11 km und einer zwischen Altcoschütz und Deuben massivsten Breite von 4 bis 5 km.

In Sachsen gehörte das Abbaurecht zum Nutzungsrecht des Grundeigentümers, d.h. nur dieser durfte die unter seinem Grundstück lagernden Kohlen abbauen. Um die damit verbundenen Hindernisse zu beseitigen, erließ Kurfürst Friedrich August II. 1743 ein »Steinkohlenmandat«, das nun jedermann erlaubte, nach Kohlen zu suchen und diese abzubauen, sofern der Grundeigentümer das Abbaurecht nicht innerhalb eines Jahres selbst ausübte.

So entstanden im Döhlener Raum bis Mitte des 18. Jahrhunderts ca. 3o Kleinbetriebe, und das Zwickauer Revier zählte noch 186o 99 Steinkohlenwerke. Erst die gesteigerte Nachfrage nach Kohle als energetische Basis der fortschreitenden Industrialisierung und die damit verbundenen technischen Anforderungen, verstärkt durch die Erschöpfung der meist kleinen Grubenfelder, ließ die Kleinbetriebe zunehmend unbedeutend werden.

(Auszüge aus Bergarchiv Freiberg "Aus der Tiefe ans Licht")


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Der Steinkohlenbergbau im Döhlener Becken

 


 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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