Stadt Oelsnitz Erzgebirge

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Geschichtsweg und Ferienlandschaft

Die Silberstraße

Im Gegensatz zu manch anderer Tourismusstraße hat die Silberstraße im sächsi­schen Erzgebirge nicht nur als Erlebnis- und Ferienstraße einen landschaftlich­historischen Hintergrund, sondern hier auf den ehemals schmalen Gebirgs­straßen wurde einst das Silbererz tatsächlich auf den hochbeladenen Pferde­wagen transportiert. Es ist eine Straße, die Geschichten und Geschichte trägt, hier erfahren wir aus den vergangenen Jahrhunderten Wirtschafts- und Kulturgeschichte, hier erleben wir in historischen Zeugnissen die Vergangenheit dieses Landschaftsrau­mes.

Ein Ort zwischen Zwickau und Schneeberg trägt den Namen Silberstraße. Die kleine Gemeinde, einst als bäuerliches Vorwerk gegründet, an dem die Pferde ge­wechselt wurden, entstand als Ort 1536. Damals dominierte der Bergbau schon, und die Wagen, vollbeladen mit Erz, rollten aus Schneeberg hinunter nach Zwickau.

In der Stadt an der Mulde, deren Bergbaugeschichte bis in unser Jahrhundert reicht, beginnt die heutige Ferienstraße. Sie buckelt über die Hügel, dreht sich auf der Bundesstraße 93 bis in die alte Bergstadt Schneeberg. Gegründet am 6. Februar 1471 kam sechs Jahre später Herzog Albrecht nach Schneeberg und fuhr in die Grube St. Georg ein. Dort speiste er an einer Erzstufe, der man die Form eines Tisches gegeben hatte, später wurden daraus fast vierhundert Zentner Silber ge­wonnen. Wenn auch der Silbersegen nach wenigen Jahrhunderten versiegte, so blieb Schneeberg doch ein Bergwerksort bis in unsere Zeit. Fast übergangslos führt die Silberstraße von Schneeberg nach Aue, Häuserzeilen reihen sich und fassen auch die Ausläufer der Gemeinde Schlema, die sich im Tal des Schlemabaches ins Muldental hinabzieht. Hier hat der Fremdenverkehrsverband »Ferienstraße Silber­straße e. V.« seinen Sitz und nicht zu Unrecht. Es wird alte Bergbauszenerie sicht­bar, nach 1945 war Schlema eines der Zentren des sowjetischen Uranbergbaus in Ostdeutschland, aber schon vorher war man auf die strahlenden Elemente auf­merksam geworden, Radiumbad Oberschlema entwickelte sich zu einem interes­santen Kurort, und diese Entwicklung will man heute mit dem Bau neuer Kuranla­gen fortsetzen.

Unversehens ist die Silberstraße nun in Aue angekommen, und über Jahrhunderte war dies eine Werkstatt im Gebirge: Maschinenindustrie, Textilgewebe, Bestecke. Aue hat es nicht leicht nach dem Zusammenbruch fast aller Industriestrukturen nach der Wiedervereinigung, eine neue Identität zu finden.

Auch Schwarzenberg lebte aus der Metallverarbeitung, der Blechbearbeitung, und hier agierte auch eine der herausragenden Persönlichkeiten im Erzgebirgsverein, der Unternehmer Friedrich Emil Krauß. In Schwarzenberg, dieses Faktum ist nicht allzu bekannt, war Ernst jünger Schulanfänger, mit seiner Familie lebte er fünf Jahre hier.

Weiter zieht die Silberstraße, über Scheibenberg, wo die »Orgelpfeifen« des Basaltkegels grüßen, nach Schlettau und Annaberg-Buchholz, wie Schneeberg eine der berühmten alten Bergstädte des Gebirges, die auch heute aus solcher Tradition lebt.

Dann geht es über Zwönitz, Ehrenfriedersdorf nach Marienberg, und auch auf dieser Wegstrecke gibt es viel Sehenswertes: Am Ziegenberg von Zwönitz die Holz­plastik des »Reiters ohne Kopf«, nach einer der bekanntesten Sagen des Gebirges gestaltet. In Ehrenfriedersdorf Erinnerungen an die Jahrhunderte des Zinnerzabbaus und auch an eine berühmte Sage, die viele europäische Varianten hat, hier heißt sie, die Sage von der langen Schicht. Nach Marienberg kommen wir über Wolkenstein, dessen Schloß mit heller Fassade hoch über der Zschopau thront. Und Marienberg selbst ist die geschäftige Kreisstadt des Mittleren Erzgebirgskreis. Da sind wir fast an der Grenze zu Böhmen und wenden uns ostwärts, ins Osterzgebirge. Nun öffnen sich die Türen zum Spielzeugland Erzgebirge.

Über Zöblitz, wo das Mineral Serpentin wächst und abgebaut wird, führt die Sil­berstraße nach Olbernhau und Seiffen. Hier und in den umliegenden Dörfern ist die Schauwerkstatt des Gebirges. Spielzeuge und Weihnachtsfiguren, vom Bergmann und Engel bis zur Pyramide und zum Räuchermännchen, alles wird in guter Hand­werksarbeit hergestellt. Wer zur Adventszeit die Dörfer besichtigt, die gefüllten Läden und Lädchen sieht, der weiß, daß dieses Wegstück der Silberstraße manches Silber­stück abwirft.

Nun zieht die Straße über Berg und Tal, durch ein Teilstück der schönen osterz­gebirgischen Ferienlandschaft in die Stadt, da der erzgebirgische Silberbergbau ge­boren wurde. Um 1168 wurden auf den Fluren der Klosterdörfer Tutendorf und Christiansdorf zum ersten Mal Silbererze geschürft, 1185 hieß die Stadt Freiberg und war lange die größte Siedlung der Mark Meißen. Freiberg hat etliche Sehens­würdigkeiten zu bieten, den Dom mit der Goldenen Pforte, Altstadt und Bergbau­museum, aber auch die lebendige Gegenwart einer Universitätsstadt: Europas älteste montanwissenschaftliche Hochschule, die Bergakademie, hat ihre Anziehungskraft nicht verloren.

Noch warten Tharandt und Freital auf uns, ehe wir in die Landeshauptstadt kom­men. In Tharandt lebt forstwissenschaftliche Tradition, in Freital steht das romanti­sche Schloß Burgk, und dann endet die Silberstraße in Dresden. Hier in den weltbe­rühmten Sammlungen des Grünen Gewölbes, aber auch im Museum für sächsische Volkskunst, im Museum für Kunsthandwerk und im Münzkabinett ist manches Kunst­Stück aus dem Silber des Erzgebirges zu sehen, verwandelt in Kannen und Leuchter, in Taler und Gulden.

Wer die Silberstraße Bereist, erlebt in den Landschaften auch die Wunden, die der Mensch ihr zugefügt hat. Doch man lebt im Bewußtsein der Last der Geschichte mit den Hoffnungen der Geschichte. Die Silberstraße ist nicht nur ein Ensemble musealer Erinnerungen, sondern ein Kreuzweg zwischen Geschichte und Gegenwart.

(Auszug aus "Silbernes Erzgebirge"  von Manfred Blechschmidt/Klaus Walther)

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Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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Silberstraße ab sofort online erreichbar

Tourismus Ferienstraße wurde bis nach Böhmen erweitert

Ahomepage-silberstr001nnaberg-B. Die Sächsisch-­Böhmische Silberstraße wird nunmehr nicht nur mit dem neu erschienenem Katalog „Glück Auf im Erzgebirge 2012" bewor­ben, sondern kann ab sofort auch im Internet unter www.silberstrasse.de beschnuppert wer­den, teilt der Tourismusverband Erzgebirge (TVE) mit. Dieser In­ternetauftritt wurde vom Touris­musverband im Rahmen des Ziel 3-Projektes „Aufbau und Ver­marktung der Sächsisch-Böhmi­schen Silberstraße" ganz neu ge­schaffen, um besonders der wachsenden Bedeutung des In­ternets gerecht zu werden und so die Vermarktung der ersten sächsischen Ferienstraße auf dem neuesten Stand weiter vor­antreiben zu können.

Neueste Entwicklungen wie Print- und online-Medien zu integrieren, wurden ebenfalls beachtet. Da­mit findet der User im Internet ebenfalls die Einrichtungen, die am Bergbaukatalog „Glück Auf im Erzgebirge 2012" teilneh­men. Anders herum ist es auch möglich, den Katalog im Internet durchzublättern, auszudrucken oder beim TVE zu bestellen.

„Es wird in Zukunft immer wichti­ger, ein stringentes Marketing zu gewährleisten, in dem sich Print- ­und online-Maßnahmen nicht ausschließen, sondern im Ge­genteil ergänzen und verstär­ken", bringt es Veronika Hiebl, Geschäftsführerin des TVE, auf den Punkt. Wichtig ist vor allem auch die grenzübergreifende Vermarktung. Sie spielt insofern eine große Rolle, da die Säch­sisch-Böhmische Silberstraße ebenfalls innerhalb des Ziel 3­-Projektes nach Böhmen hin er­weitert wurde. So sind die tsche­chischen Städte Bozi Dar, Jachy­mov und Ostrov engagierte Part­ner der deutschen Seite, für die sich besonders die Gemeinde Bad Schlema sowie die Städte Oelsnitz i.E., Aue, Annaberg­Buchholz und Freiberg einset­zen. Es ist also nur konsequent zu Ende gedacht, wenn die Web­seiten auch in Tschechisch und Englisch nutzbar sind.  ru/pm

 

BLICK Seite 5 • 25. August 2012
Bild: Veronika Hiebl