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Silbernes Erzgebirge

Alles kommt vom Bergwerk her!« heißt es im Erzgebirge. Das muß wohl seine Richtigkeit haben, denn selbst das Gebirge, ursprünglich Miriquidi geheißen, hat seinen Namen von ihm: »Erzgebirge«, Gebirge, in dem große Mengen un­terschiedlicher Erze gefunden werden. Da unter ihnen reichlich Silber war, gab man ihm später die Beifügung »Silbernes Erzgebirge«.

Frühester Bergbau wurde vermutlich seit 922 unter Heinrich dem Vogler bei Mitt­weida betrieben. Der Ort entstand erst 90 Jahre später. Bergbau gab es auch bei Siebenlehn, Rochlitz, Munzig, Dippoldiswalde und Wolkenstein. Erstes Silber wurde im 12. Jahrhundert entdeckt. Vielleicht lagen die Funde im Vorgebirge früher. Nach­weislich sind es jedoch jene Funde in einem Hohlweg des Bauerndorfes Christi­ansdorf, das um 1156 mit den Waldhufendörfern Bertholdisdorf und Tuttendorf ge­gründet worden war. Der Sage nach sollen es Harzer Salzfuhrleute in einem Wagen­gleis entdeckt haben. Die Silberfunde veranlaßten Markgraf Otto von Meißen dazu, den Urwald zurückzukaufen, den er vordem dem Kloster Altzella geschenkt hatte. Er ließ 1168 Bergleute aus Goslar kommen und von ihnen am Münzbach einschlagen.

Die Kunde von der reichen Ausbeute ging durch die Lande und lockte viele Bergbau­willige heran. Dadurch entstand drei Jahre später die Stadt Freiberg. Markgraf Otto hieß durch seine hohen Einkünfte aus dem Bergwerk bald Otto der Reiche. Freiberg und seine Umgebung erblühten rasch. So gab es um 1350 zwischen Erbisdorf und Berthels­dorf über 1000 Bergleute, die sich auf 50 Zechen verteilten. Dem Freiberger folgte bald auch an anderen Orten Bergbau, so u. a. in Siebenlehn und Scharfenberg bei Meißen.

Der Bergbau gewann entscheidenden Einfluß auf die Besiedlung des Landes. Sied­ler, die sich aus anderen Gründen im Waldland niedergelassen hatten, begannen nach Erzen zu suchen, und wurden sie fündig, betrieben sie statt der Landwirtschaft Berg­bau, zumindest nebenher. Andere, Herzugekommene, durchsuchten mit der Wün­schelrute das Land. Dort, wo sie fündig wurden, entstanden ihre Niederlassungen und schließlich Siedlungen.

Mit dem Tod von Heinrich dem Erlauchten im Jahre 1288, endet die erste Glanzzeit des sächsischen Bergbaus. Nicht, daß die Erzvorkommen versiegten. Sie lagen in Tiefen, die mit der damaligen Technik nicht zu meistern waren. Vor allem das einbre­chende Wasser bereitete den Bergleuten Schwierigkeiten.

Ein bescheidener Aufschwung setzte 1316 wieder ein mit Silberfunden auf dem Hohen Forst bei Kirchberg. 1335 gab es auch Bergbau bei Frauenstein, 1377 in Ehren­friedersdorf, dem 1407 Thum und 1429 Geyer folgten. 1411 wurde auf Gruben bei Annaberg gefördert. 1445 folgte Altenberg. Das war aber lediglich ein Intermezzo in der erzgebirgischen Bergbaugeschichte. Im allgemeinen blieb das Gebirge bergbaulich unerschlossen.

Am Anfang suchte man in Schneeberg nach Eisenerz. Als aber dann 1470 mächtige Silberlager erschürft wurden, kam neues Leben in das Bergbaugeschehen. Eine zweite Blütezeit des erzgebirgischen Bergbaus begann. Durch das Land halltedas „Bergkgeschrey“ und lockte Bergleute nerzu. rortan entstanuen u[-)eidii iüi uuuii e Bergwerke. Der Gewinn an Silbererz stieg bei den Schneeberger Gruben so schnell, daß es nach drei Jahren nicht mehr vermünzt werden konnte und statt dessen Silber­barren an die Gewerkschaften verteilt wurden. Auf der Fundgrube St. Georg fanden Bergleute einen Silberbarren, der 200 Doppelzentner Silber erbracht haben soll.

An den Hängen des Pöhlbergs hatte man schon 1422 Silber gefunden. jedoch erst später, 1483, setzte der ergiebigere Bergbau am Schreckenberg ein. Am 28. Oktober 1497 erhielt die dadurch entstandene Siedlung Stadt- und Bergrecht und am 22. März 1501 den Namen St. Annaberg. In der Zeit zwischen 1496 und 1499 gab es hier 51 Zechen, in der Zeit von 1499 bis 1530 3801 Daneben werden auch die Bergwerke vom benachbarten Buchholz als sehr fündig genannt. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts flo­rierte der Bergbau auf Zinn in der Gegend von Geising, Altenberg, Zinnwald, Lauen­stein und Glashütte. In der 2. Hälfte blühte auch der Eisenerzbergbau und der Koh­lenbergbau kam auf, so im Gemeindewald von Bockwa bei Zwickau.

Erzfunde im mittleren Gebirge veranlaßten 1521 Heinrich den Frommen, Marien­berg zu gründen. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden meist planmä­ßig weitere Bergorte wie Scheibenberg bei Schwarzenberg und Eibenstock. Bis Mitte des Jahrhunderts sollen 716 Gruben und 46 Schmelzhütten betrieben worden sein.

1613 schoß man erstmals mit Pulver, das war ein wesentlicher Fortschritt in der Bergarbeit und begünstigte wesentlich den Abbau. jedoch hielt sich die Ausbringung, gemessen an vorangegangenen Zeiten, in Grenzen. Vor allem die Wirren des Drei­ßigjährigen Krieges ließen den Bergbau versinken. Nur langsam erholten sich die Bergbauorte.

1789 hatte Freiberg 4874 Bergleute, Marienberg 357, Annaberg 479, Johanngeor­genstadt und Schwarzenberg 760, Eibenstock 245, Schneeberg 948. 1830 wird die Ausbringung, nach Kostenabzug, auf 2 Millionen Taler geschätzt.

Im Freiberger Revier wurde Silber und Blei abgebaut, in Altenberg Zinn und Eisen, in Marienberg Silber, Arsenik und Zinn, in Ehrenfriedersdorf Zinn, Vitriol und Arsenik, in Annaberg Silber und Kobalt, in Johanngeorgenstadt Silber, Eisen, Zinn, Vitriol, Schwefel, in Schneeberg Silber, Kobalt, Wismut, Eisen, Vitriol, Schwefel und Arsenik. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es im Erzgebirge noch etwa 700 Gruben auf denen 12 000 Bergleute anfuhren. Weitere 50 000 Menschen lebten auf andere Weise vom Bergbau.

Der Bergbau hatte im Gefolge u. a. Hütten und Hämmer, Münzen, Amalgamier­werke, Blaufarbenwerke. Fuhrleute, Holzfäller und Köhler lebten vom Bergbau. Gut organisiert war seine Verwaltung. Im 19. Jahrhundert stand sie unter der Leitung von Oberberghauptmann Freiherr von Herder. Ihr unterstanden Oberzehnter- und Austei­lerämter, die Bergakademie und zahlreiche Bergämter.

Obwohl im 19. Jahrhundert viele technische Verbesserungen, wie der Einsatz der Dampfmaschine, die Arbeit rationalisierten, wurde das Ende des alten erzgebirgi­schen Bergbaus eingeleitet. Immer mehr Gruben gingen ein. Der Abbau heimischer Erze wurde zunehmend schwieriger, die Ausbringung geringer. Durch verbesserte Transportmöglichkeiten kam billigeres ausländisches Erz ins Land. Auch das war ein Grund, die den Bergbau zum Erliegen brachten. Die letzten Gruben wurden, von einigen Ausnahmen abgesehen, im ersten Viertel unseres Jahrhunderts geschlossen.

Noch einmal lebte der Bergbau auf. Nach 1945 durch die SDAG Wismut, die Zehn­tausende von Bergleuten beschäftigte, um Uranerz zu gewinnen. Neben vielen neuen Gruben wurden auch die Stollen und Schächte des alten Erzbergbaus aufgefahren. Die Ausbringung war gewaltig. Dieser Bergbau erlosch jedoch nach wenigen Jahr­zehnten in Ermanglung an Erzen, und durch veränderte gesellschaftliche Verhältnis­se. Gegenwärtig sind Nachfolgebetriebe dabei, die Halden zu sanieren, die Gebäude abzutragen und die Grubenbaue zu verfallen oder zu fluten.

(Auszug aus "Silbernes Erzgebirge"  von Manfred Blechschmidt/Klaus Walther)

 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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Silberstraße ab sofort online erreichbar

Tourismus Ferienstraße wurde bis nach Böhmen erweitert

Ahomepage-silberstr001nnaberg-B. Die Sächsisch-­Böhmische Silberstraße wird nunmehr nicht nur mit dem neu erschienenem Katalog „Glück Auf im Erzgebirge 2012" bewor­ben, sondern kann ab sofort auch im Internet unter www.silberstrasse.de beschnuppert wer­den, teilt der Tourismusverband Erzgebirge (TVE) mit. Dieser In­ternetauftritt wurde vom Touris­musverband im Rahmen des Ziel 3-Projektes „Aufbau und Ver­marktung der Sächsisch-Böhmi­schen Silberstraße" ganz neu ge­schaffen, um besonders der wachsenden Bedeutung des In­ternets gerecht zu werden und so die Vermarktung der ersten sächsischen Ferienstraße auf dem neuesten Stand weiter vor­antreiben zu können.

Neueste Entwicklungen wie Print- und online-Medien zu integrieren, wurden ebenfalls beachtet. Da­mit findet der User im Internet ebenfalls die Einrichtungen, die am Bergbaukatalog „Glück Auf im Erzgebirge 2012" teilneh­men. Anders herum ist es auch möglich, den Katalog im Internet durchzublättern, auszudrucken oder beim TVE zu bestellen.

„Es wird in Zukunft immer wichti­ger, ein stringentes Marketing zu gewährleisten, in dem sich Print- ­und online-Maßnahmen nicht ausschließen, sondern im Ge­genteil ergänzen und verstär­ken", bringt es Veronika Hiebl, Geschäftsführerin des TVE, auf den Punkt. Wichtig ist vor allem auch die grenzübergreifende Vermarktung. Sie spielt insofern eine große Rolle, da die Säch­sisch-Böhmische Silberstraße ebenfalls innerhalb des Ziel 3­-Projektes nach Böhmen hin er­weitert wurde. So sind die tsche­chischen Städte Bozi Dar, Jachy­mov und Ostrov engagierte Part­ner der deutschen Seite, für die sich besonders die Gemeinde Bad Schlema sowie die Städte Oelsnitz i.E., Aue, Annaberg­Buchholz und Freiberg einset­zen. Es ist also nur konsequent zu Ende gedacht, wenn die Web­seiten auch in Tschechisch und Englisch nutzbar sind.  ru/pm

 

BLICK Seite 5 • 25. August 2012
Bild: Veronika Hiebl