Stadt Oelsnitz Erzgebirge

Sie befinden sich in: Home Montanregion Welterbeantrag bis 2013

Chancen für Welterbeprojekt

„Die Welterbe-Chancen für das Erzgebirge haben sich erhöht"

Nachdem es im Harz ein Bergbauobjekt auf die Unesco-Liste geschafft hat, will es die Montanregion nun erst recht wissen - Antrag für Februar 2013 geplant

Freiberg. Die jüngste Entscheidung des Unesco-Welterbekomitees, die Oberharzer Wasserwirtschaft zum Weltkulturerbe zu erklären, hat nach Ansicht der Initiatoren die Chancen für das Welterbe-Projekt Montanregion Erzgebirge erhöht. Das sieht der seit 2000 eingesetzte Leiter der Projektgruppe, Helmuth Albrecht, so. Er ist zugleich Direk­tor des Instituts für Industriear­chäologie, Wissenschafts- und rechnikgeschichte der TU Bergaka­demie Freiberg. Mit dem 55-Jähn­gen sprach Gabi Thieme.

 Freie Presse: Die Oberharzer Wasserwerke als ein System aus Tei­:hen, Gräben und künstlich angelegten Wasserläufen waren über Jahrhunder­te einziger Energielieferant für den dor­tigen Bergbau. Wir haben ein ähnliches bergmännisches Versorgungssystem im Raum Freiberg/Brand-Erbisdorf. Soll las jetzt auch auf die Objektliste des Welterbe-Projek(s Montanregion Erz­gebirge?

 Helmuth Albrecht: Ja. In unserem Antrag ist allerdings das hiesige )ergmännische Wassersystem nur Peil eines viel komplexeren Antra­,es. Er umfasst viele Montanobjekte iber und unter Tage, Bergsiedlun­gen gen und Bergstädte, Bergbauland­schaften, Geo- und Biotope, Kunst und Kultur des Montanwesens. In­sofern gibt es zwar eine gewisse Überschneidung, aber keine echte Vergleichbarkeit. Das Welterbe-Pro­jekt Montanregion Erzgebirge ver­folgt einen wesentlich umfassende­ren Ansatz einer montanen Kultur landschaft mit all ihren Facetten.

Freie Presse: Sinken mit der Titel­vergabe an den Harz nicht die Chancen für das von Ihnen betreute Projekt? Albrecht: Nein, ganz im Gegenteil dürfte damit noch deutlicher wer­den, dass unser wesentlich umfas­senderes Projekt auf jeden Fall das Potenzial für eine Ernennung zum Welterbe besitzt.

Freie Presse: Planen Sie mögli­cherweise Korrekturen, was die Objekte oder den zeitlichen Rahmen betrifft? Albrecht: Nein. Auch unser Zeit­plan ändert sich nicht. Die Montan­region Erzgebirge steht, wie bislang auch die Oberharzer Wasserwirt­schaft, auf der offiziellen deutschen Warteliste für eine Welterbenomi­nierung. Entsprechend der dort von der Kultusministerkonferenz 1998 festgelegten Reihenfolge wird unser Antrag frühestens 2013 und spätes­tens 2015 gestellt.

Freie Presse: Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen?

Albrecht: Die Arbeiten zur Aus­wahl und Dokumentation der vor­gesehenen Ensembles laufen seit 2007. Im Rahmen eines gerade be­willigten        EU-Gemeinschaftspro­jekts mit unseren Partnern auf der tschechischen Seite des Erzgebirges wird nun das von uns entwickelte Verfahren zur Festlegung und Do­kumentation der dort vorgesehenen Stätten auch von den Kollegen in Böhmen übernommen. Bis Frühjahr 2012 sollen im Rahmen dieses Ver­fahrens alle - wahrscheinlich sind es 34 deutsche und acht bis zehn tschechische Welterbe-Objekte - festgelegt und dokumentiert sein.

Freie Presse: Gibt es auf kommu­naler Ebene Widerstände oder fruchtet Ihre Überzeugungsarbeit überall? Albrecht: Von Widerständen wür­de ich nicht reden. Es gibt noch ver­einzelt Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die weitere wirt­schaftliche und infrastrukturelle Entwicklung des Erzgebirges. Durch unser Verfahren der Umset­zungsstudien wird diesen Bedenken jedoch mit Erfolg Rechnung getra­gen. Das zeigen die Beschlüsse, die inzwischen von elf Kommunen vor­liegen und die alle ohne Gegenstim­men ausgefallen sind. Dazu gehören Altenberg, Annaberg-Buchholz, Brand-Erbisdorf, Freiberg, Marien­berg, Olbernhau und Schneeberg.

Freie Presse: Hat sich inzwischen die Landesregierung zu dem Antrag po­sitioniert?

Albrecht: Die Landesregierung wird sich wohl erst endgültig positi­onieren, wenn fest steht, dass alle betroffenen Kommunen des Erzge­birges dem Projekt zustimmen und auch die Trägerschaft für das Pro­jekt geklärt ist. Das zuständige In­nenministerium unterstützt uns je­doch bereits bei der Ausarbeitung des Antrages sowie bei der Planung des zeitlichen Ablaufes.

Freie Presse: Es gibt immer wie­der das Argument der Titel bringt doch eigentlich nichts. Auch Dresden zählt weiterhin Millionen Touristen trotz Aberkennung. Wie sehen Sie das?

Albrecht: Wer so etwas sagt, ver­kennt die internationale Bedeutung des Unesco-Welterbe Titels. Es han­delt sich weltweit um das erfolg­reichste und renommierteste Pro­gramm der Unesco. Der Titel steht für höchsten kulturellen und tou­ristischen Wert. Überall in der Welt reißt man sich um diese Auszeich­nung und auch in Deutschland - mit Ausnahme Sachsens - bemü­hen sich alle Bundesländer mit wei­teren Projekten um die Aufnahme in die Welterbeliste. Zahlreiche Stu­dien belegen überdies den wirt­schaftlichen Erfolg vor allem im touristischen Bereich. Unsere Stu­dien zeigen, dass das Erzgebirge die­se begehrte Auszeichnung verdient und sich nicht hinter den Pyrami­den von Gizeh, dem Eiffelturm, dem Oberharz oder der Zeche Zollverein verstecken muss. Als grenzüber­schreitendes Kulturlandschaftspro­jekt trägt es darüber hinaus auf ein­malige Weise zum europäischen Ei­nigungsprozess bei. Eine bessere weltweite Werbung für die Region ist nicht möglich.

Freie Presse: Wie sieht die weitere Zeitschiene aus?

Albrecht: In Absprache mit dem sächsischen Innenministerium gibt es einen festen Zeitplan. Bis Ende 2010 soll die Frage der Trägerschaft des Projekts durch die Kommunen und Landkreise geklärt sein. Die Ar­beiten am Antrag könnten bis Früh­jahr 2012 abgeschlossen sein. Im Sommer soll er dann der Landesre­gierung zur Prüfung und Beschluss­fassung vorgelegt werden. Anschlie­ßend kann im Herbst die notwendi­ge Vorprüfung durch die Unesco Kommission erfolgen. Eine offiziel­le Antragstellung wäre ab Februar 2013 möglich. Bei positiver Begut­achtung durch die Unesco könnte die Verleihung des Titels im Jahre 2014 erfolgen.

Freie Presse: Sie rühren in den nächsten Tagen wieder kräftig die Wer­betrommel?

Albrecht: Ja. Morgen auf dem Partei­tag der FDP des Erzgehirgskreises in Annaberg-Buchholz wird es eine Pro­und Kontra-Debatte geben, auf der ich die Befürworter vertrete. An­schließend will die FDP Position zum Projekt beziehen. Die nächste große Präsentation des Vorhabens gibt es zum Tag der Sachsen in Oels­nitz in Kooperation mit dem Klein­Erzgebirge Oederan mit ausgewähl­ten Modellen von Welterbeobjekten.

 

Bild: Helmuth Albrecht- „Überall reißt man sich um diesen Titel, außer in Sachsen“

-Foto T.SCHILLING/ARCHIV

 

Freie Presse Do. 19. August 2010

 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

good views "Oelsnitz Erzgebirge"

Anmelden

English Chinese (Traditional) Czech French German Italian Japanese

Glück Auf!

Wir haben 95 Gäste online

Montantourismus

  Erlebnisheimat_Erzgeb
 

                   Siegel_Montanregion

                  kultlogoK_200_100

     Erzgebirge - informativ - gesucht und gefunden

logo1

Logo-800-Jahre-Oelsnitz_RGB_72dpi


Auswahl Unesco-Objekte

areal001

DSCF3948

IMG_3701

IMG_3704


IMG_3703


IMG_3705


IMG_3707


IMG_3712