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Weltkulturerbe-Titel soll mehr Touristen locken

Geschäftsführerin: Region muss bei Fremdsprachenkenntnissen zulegenstimmen008

MARIENBERG - Auf der gestrigen ersten Welterbekonferenz „Das Erzgebirge auf dem Weg zum Unesco-Welterbe" in der Stadthal­le Marienberg ist der öffentlich-­rechtliche Vertrag von den Bürger­meistern der beteiligten Städte und Gemeinden sowie den Land­räten des Erzgebirgskreises und des Landkreises Mittelsachsen un­terzeichnet worden. Neben wirt­schaftlichen Aspekten steht fest, dass vor allem der Tourismus bei einer möglichen Titelvergabe Mit­te 2014 profitieren würde. Denise Märkisch sprach mit Veronika Hiebl, Geschäftsführerin des Tou­rismusverbandes Erzgebirge, über Möglichkeiten und Herausforde­rungen des Weltkulturerbe-Titels für die „Montanregion Erzgebir­ge"


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Veronika Hiebl

Geschäftsführerin Tourismusverband Erzgebirge
FOTO: ROSENKRANZ/ARCHIV


Freie Presse: Wie wichtig sind die Bürger hier in der Region für das Projekt und wie sollen die Bürger mit ins Boot geholt wer­den?

Veronika Hiebl: Die Menschen sind sehr wichtig. Ihre Ideen müs­sen berücksichtigt werden. Schließ­lich entsteht Tourismus vor Ort und muss auch hier mitgetragen wer­den. Dabei spielen nicht nur Gemeinde- und Städtevertretungen ei­ne Rolle, sondern auch Hoteliers, Gastronomen, Museen und vieles mehr. Es wird Analysen für die Grundkonzeption der Vermarktung geben. Zudem sollen Arbeitsgrup­pen gebildet werden, in denen auch die Einheimischen involviert sind.

Wie kann Ihrer Ansicht nach die „Montanregion Erzgebirge" bundesweit und international bekannt gemacht werden?

Das wird vor allem über Kooperatio­nen ablaufen. Ein Beispiel ist die Deutsche Zentrale für Tourismus. Diese ist in rund 90 Ländern präsent. Allerdings kann dabei das Erzgebir­ge nicht für sich allein herausge­stellt werden, sondern muss in Deutschland aufgehen. Auch der Kontakt zu Reiseveranstaltern ist wichtig, Gruppenreisen werden ei­ne Rolle spielen. Mehrsprachigkeit wird auf dem internationalen Markt enorm wichtig werden. Wenn Ame­rikaner, Chinesen, Japaner und Franzosen kommen, müssen sie sich verständigen können. Das gilt so­wohl für Internetseiten, als auch für die am Projekt beteiligten Sehens­würdigkeiten. Gästeführer und An­gestellte müssen andere Sprachen sprechen.

Wirken sich Unesco-Weltkultur­erbe-Titel positiv auf Besucher­zahlen aus?

Eindeutig ja. Es gibt Studien, die das belegen. Danach kommen erstens mehr Touristen, die zweitens auch noch länger bleiben und durch­schnittlich mehr Geld ausgeben als andere Touristen. Ein weiterer Vor­teil wäre zudem, dass laut Untersu­chungen die Hauptreisezeit zwi­schen April und September liegt. Damit erreichen wir, dass ganzjäh­rig Besucher in diese Region kom­men. Allerdings steigen natürlich deren Anforderungen. Der Welter­be-Titel steht für ein hohes Quali­tätsversprechen, das wir vor Ort ein­lösen müssen.
Ist das Geld der Städte und Ge­meinden für die Bewerbung gut angelegt?Auf jeden Fall. Sie investieren in die Zukunft. Der Wettbewerb wird im­mer härter, gerade in Mittelgebirgs­regionen. Eine klare Profilierung hilft weiter. Davon profitieren alle. Es wäre allerdings ein Trugschluss zu glauben, dass die Touristenzah­len innerhalb kurzer Zeit extrem steigen. Das braucht Zeit.

Profitieren auch Gemeinden, die sich nicht beteiligen?

Die ganze Region wird einen Vorteil haben. Die einzelnen Objekte sind Leuchttürme, sie stehen aber nicht in Konkurrenz zu anderen Sehens­würdigkeiten.


 Was Erzgebirger von der Bewerbung halten

 Für Menschen in der Region spielt der Welterbetitel kaum eine Rolle. Nur einige haben sich, so zeigte ei­ne Blitzumfrage, mit dieser The­matik auseinandergesetzt und sogar Welterbestätten besucht. Bald könnte auch die „Montanregi­on Erzgebirge" dazuzählen.

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Albrecht Dietze
hat die Bedeutung des Titels im Urlaub mitbekommen: „Bei einem Besuch der olympischen Spiele in Peking bin ich auf einem entle­genen, nicht sanier­ten Stück der chine­sischen Mauer un­terwegs gewesen. Wenn unsere Berg­bau-Region den Status erhält, befür­worte ich das."


 
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Für Nancy Schwope bedeutet Welt­kulturerbe vor allem „etwas, was sich abhebt und in kultureller Hinsicht ei­ner besonderen Pflege und Bewah­rung bedarf. Dazu zähle ich Sprache, Bauwerke und Na­tur. Ich selbst war schon an einigen Orten mit diesem Titel. Besonders bemerkenswert fand ich die Pfeilspra­che auf der Kanareninsel La Gomera. Gezielt bin ich allerdings noch an kei­ner Weltkulturerbe-Stätte gewesen."

 

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Christine Wünschmann
ist sich si­cher, dass der Welterbetitel das Anse­hen hebt. „Im Laufe meines Lebens ha­ben ich die eine oder andere Stätte besucht. Besonders an den Besuch der Lutherstadt Witten­berg im Jahr 1983 erinnere ich mich gut. Anlass war der 500 Geburtstag von Martin Luther. Mit den Details der erzgebirgischen Bewerbung kenne ich mich allerdings nicht aus. Unsere Re­gion hätte meiner Meinung nach aber den Titel verdient."

 

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Mit einer Reise auf die Galapagos-In­seln hat sich Jörg Markert einen Traum erfüllt. „Die­se einzigartige Fau­na macht deutlich, wie schutzbedürftig und hilflos manche Tierarten sind. Der Schutzstatus verhin­dert hier das Aus­sterben von einma­ligen Tierarten. Das Vorhaben, auch das Erzgebirge zum Weltkulturerbe zu machen, ist mutig und vorausschauend. Gleichwohl man sich damit auch auferlegt, die Spielre­geln der Unesco zu akzeptieren. Den Titel gibt es nicht ohne Auflagen und Erwartungen, das sollte man wissen."

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Der Status Weltkulturerbe hilft nach Ansicht von Markus Gorny, Geschich­te zu pflegen. Er hat besondere Erfah­rungen mit dem Ti­tel. „Ich bin in Lü­beck aufgewachsen. Dort ist die ganze Stadt Weltkulturer­be. Zudem habe ich Dresden und den Wörlitzer Park besucht. Jetzt lebe und arbeite ich in der Montanregion. Als ganzes Projekt halte ich die Bewer­bung für wertvoll."

 

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Cornelia Wojcik
konnte lange nichts mit dem Begriff Unesco-Weltkulturer­be anfangen. „Erst die Diskussionen um die Dresdner Wald­schlösschenbrücke rückte es mir in das Bewusstsein." Von den Vorbereitungen für eine Bewerbung der „Montanregion Erzgebirge" habe sie bislang noch nichts mitbekom­men.

Bild oben rechts: Das Bergbaumuseum in Oelsnitz ist ein Objekt, das in der Montanregion eine Rolle spielt. Es Erinnert an den einstigen Steinkohlenbergbau.    FOTO: PRIVAT
Portraits: FOTO: HAHN

 Freie Presse 28. Juni 2011


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Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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