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Tschechien beteiligt sich mit 17 Objekten am Welterbeprojekt

Geschichte birgt manche Überraschung

 Der große Moment rückt näher: 2013 soll bei der Weltkulturorganisation der Uno (Unesco) in Paris die Bewerbung für das Projekt „Montanregion Erzgebirge" eingereicht werden.

VON THORALD MEISELunescotschechien2

AUSSIG/ÚSTI NAD LABEM - Auf rund 8oo Jahre Bergbau kann das Erzge­birge verweisen. Diese Tradition prägt die deutsche wie die tschechi­sche Seite. „Einen Technologietrans­fer gab es schon im Mittelalter", sagte Lubomír Zeman während des ersten Symposiums zum Welterbe­projekt „Montanregion Erzgebirge" im nordböhmischen Aussig/Ustí nad Labem. So sei die Altstadt von Marienberg in Platten/Horní Blatná, Johanngeorgenstadt und Bleistadt/ Olovi Vorbild gewesen.

 Und Michal Urban, der seit etwa zwei Jahren die 1546 beginnenden Personenstandsbücher von Aber­tham/Abertamy aufarbeitet, erläu­terte, dass die ersten Siedler der alten Bergstadt aus den sächsischen Berg­baugebieten und aus dem vogtländi­schen Auerbach, aber auch aus dem Harz und Tirol gekommen waren.

 Familiennamen wie Grimm, Lindner­, Siegl und Zenker lassen sich im heutigen Abertamy über rund 450 Jahre verfolgen.

 Gemeinsame Vergangenheitunescotschechien1 Diese gemeinsame Geschichte ist Ausgangspunkt der Bewerbung für das Welterbeprojekt „Montanregion Erzgebirge". Am Ziel3-Projekt, das über die EU gefördert und mit dem die Antragstellung vorbereitet wird, sind der Aussiger Kreis und das Regi­onalmuseum in Most sowie der För­derverein Montanregion Erzgebirge und das Institut für Industriearchäo­logie, Wissenschafts- und Technikgeschichte/TU Bergakademie Freiberg beteiligt.

 In der Vorauswahl dazu stehen 55 Objekte, davon 17 auf tschechi­scher Seite. Es handelt sich um  Objekte, die unter Denkmal- oder Naturschutz stehen, und etwa  o,1 Prozent der insgesamt rund 6ooo

Quadratkilometer großen Fläche des Erzgebirges einnehmen.unescotschechien3

 Auf tschechischer Seite reichen die Ausläufer des Erzgebirges bis nach Graslitz/Kraslice, das 1541 den Titel „Freie Bergstadt" erhielt, und Luby/Schönbach, wo im frühen Mittelalter Blei und Quecksilber abgebaut wurden.

 Für den Karlsbader Kreis hat die Bezirksbehörde für Denkmalschutz ebenfalls interessante Objekte ge­wählt. „Karlovy Vary nahm vorab eine parlamentarische Abstim­mung vor. Mit dem Ergebnis, sich am Welterbeprojekt zu beteiligen", sagte Jane Ehrentraut von der Pro­jektgruppe Unesco-Welterbe „Mon­tanregion Erzgebirge" an der TU Bergakademie Freiberg.

Neue Lebensräume

Der Bergbau der vergangenen Jahr­hunderte hinterließ im Erzgebirge viele Spuren, die neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen bilden. So be­richteten Petr Krása und Vladimfr Melichar von der Naturschutzagen­tur Slavovsky les/Kaiserwald, dass es allein zwölf Fledermausarten gibt, die in den alten Bergwerksstollen le­ben. In abgebauten Torfmooren, wie sie bei Gottesgab/Boźí Dar, Bärrin­gen/Pernink und Frühbuß/Přebuz zu finden sind, siedelten sich Zweck­birken und das Birkhuhn an.

 Dass die Geschichte immer wieder Überraschungen bereithält, wusste Pavel Chaloupka vom Muse­um Klostergrab/Hrob zu erzählen. Er untersucht seit 2009 im Auftrag der Kommune die alte Kanalisation der Erzgebirgsstadt, die 1594 zur Bergstadt erhoben worden war. Cha­loupka ist dabei auf eine Wasserader mit einer Temperatur von 13 Grad Celsius gestoßen, während die ande­ren Quellen sechs Grad aufweisen. Das lässt darauf schließen, dass sich unter der Stadt eine Thermalquelle befindet.

 Ivana Štĕrbova vom Denkmal­schutzamt Ústí nad Labem infor­mierte darüber, dass inzwischen die ersten historischen Karten des Erz­gebirges digitalisiert wurden und über das Internet nutzbar sind. Da­runter eine 1720 entstandene Land­karte von Böhmen und dem säch­sischen Grenzgebiet sowie die Mili­tärkarten aus der Zeit um 1764.

 DIE HISTORISCHEN KARTEN sind im Inter­net abrufbar:  www.oldmaps.geolab.cz

Foto links:  Die Wolfspinge nahe Platten/Horní Blatna ist Zeugnis des Zinnabbaus im Mittelalter  FOTO: VLADISLAV PODRACKY

Foto oben rechts:  Blick auf Marktplatz und Bergkirche von Platten/Horní Blatna. Angelegt wurde die Stadt im böhmischen Teil des Erzgebirges nach dem Vorbild von Marienberg    FOTO: LARS ROSENKRANZ

Foto unten rechts:  Der historische Teil der Bergstadt Jáchymov, gegründet als Sankt Joachimsthal.   FOTO: LARS ROSENKRANZ

 Freie Presse 4 April 2011, BLICK NACH BÖHMEN



 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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