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Lohnschalterhalle weckt Neugier

Wie sah ein Lohntag im Karl-Liebknecht-Schacht aus? Der Kinderclub des Bergbaumuseums hat die­sen speziellen Tag jetzt zum Thema IMG_0114
einer Sonder­ausstellung gemacht.

VON VIOLA HEIDRICH

OELSNITZ - Lohntag ist, wenn der Lohn auf dem Konto eingegangen ist. Logik der Gegenwart. Wozu diente dann aber die Lohnschalter­halle, die es im Bergbaumuseum Oelsnitz ja noch original erhalten zu sehen gibt? Das haben sich die Mäd­chen und Jungen des Museums-­Kinderclubs auch gefragt - und zu diesem Thema eine Ausstellung vor­bereitet.

IMG_0125Seinen Ausgang nahm das Unter­fangen im Januar. Damals stand ein Nachmittag des Kinderclubs unter dem Thema „Numismatik". Unter anderem ging es auch um Gepräge mit Bergbaubezug. Dabei kam im
Kinderklub auch die Frage nach dem Verdienst der Bergleute auf und schließlich der Wunsch, zu dem Thema mehr zu erfahren. Die Kin­der machten sich also nun auf die Suche nach Spuren, Dokumenten und Objekten, die etwas über die Entwicklung der Bezahlung der Bergleute im Laufe der Jahrzehnte aussagten.IMG_0103

Und so erfuhren sie, dass der Zahl- oder Lohntag nicht nur im Oelsnitzer Steinkohlenwerk der Ter­min war, an dem Angestellte und Arbeiter des Schachtes ihren Lohn beziehungsweise ihr Gehalt ausge­zahlt bekamen - bar in einer soge­nannten Lohntüte. Sie lernten auch, dass sich die Weise der Auszahlung im Laufe der Zeit veränderte- vom täglichen Lohn der Tagelöhner über die wöchentliche Auszahlung und schließlich erhielten die Bergarbei­ter ihren Lohn monatlich, allerdings in zwei Teilen. Zuerst einen Ab­schlag, dann die Restzahlung.IMG_0107

Bei der Vorbereitung und Erar­beitung der Sonderschau, die mor­gen Nachmittag in der ehemaligen Lohnschalterhalle eröffnet wird, wurden die
Kinder vor allem von Numismatikern und Mitgliedern des Fördervereins unterstützt.
Der Kinderklub des Bergbaumu­seums wurde 2009 ins Leben geru­fen. Denn nachdem er im Septem­ber 2008 die Leitung des Museums übernommen hatte, war es eines sei­ner Hauptanliegen, verschiedene Bevölkerungs- und Altersgruppen in die Museumsarbeit einzubezie­hen, erklärt Museumsleiter Jan Fär­ber.


„Den nachwachsenden Generationen fehlt der Bezug zum Bergbau immer mehr, je länger die Förderung der letzten Kohle zurückliegt.“

Jan Färber Museumsleiter


 Großen Bedarf sah er in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, also jenen, die keinen Bezug mehr zum Bergbau haben - von jenem Ereig­nis,IMG_0134
das diese Region prägte und von dem heute noch so viele Spuren vor­handen sind. Aber: „Den nachwach­senden Generationen fehlt der Be­zug zum Bergbau immer mehr, je länger die Förderung der letzten Kohle zurückliegt."
Museumspädagogin Marion Dittmann indes hatte ebenfalls schon seit längerem den Wunsch, ein dauerhaftes museumspädagogi­sches Angebot zu etablieren, in dem Aspekte aus der Museumsführung beziehungsweise aus der
IMG_0131Daueraus­stellung des Museums vertiefend aufgegriffen werden, erklärt Färber. „Frau Dittmann stellte mehrfach fest, dass Kinder bei einer Führung so großes Interesse am Steinkohlen­bergbau mit all seinen Facetten fan­den, dass sie innerhalb kurzer Zeit mehrfach ins Museum kamen." So ­seien die Adressen dieser Kinder ge­sammelt worden, um sie zu einem museumspädagogischen Angebot einzuladen. Der Kinderclub des Mu­seums entstand.

Ein Stamm von etwa zehn Kin­dern ab sechs Jahren trifft sich seit­her regelmäßig, um über Fragen zum Steinkohlenbergbau, aber auch zu90020 anderen Themen zu sprechen, zu basteln und zu experimentieren. Für die Planung und Durchführung ist Marion Dittmann verantwortlich, unterstützt wird sie durch die Mitar­beiter des museumspädagogischen Dienstes des Bergbaumuseums. Die Kinderklub-Stunden werden von Mitgliedern des Fördervereins des Museums ebenso betreut wie von „anderweitig dem Museum verbun­denen Personen", sagt Jan Färber. Außerdem gebe es eine große Unter­stützung seitens der Familienange­hörigen der Kinder, insbesondere durch deren Großeltern.

Die Lohnschalterhalle des frühe­ren Karl-Liebknecht-Schachtes und heutigen Bergbaumuseums diente übrigens von 1923 bis um 195o zur Auszahlung des Lohns. Später er­folgte die Entlohnung im „Rund­bau" des Schachtes. Die Lohnschal­terhalle wurde dann zur Aufbewah­rung von bergmännischem Gerät genutzt. Nach der Stilllegung des Bergbaus dienten die Zahlschalter in der Lohnschalterhalle als Verkaufs­schalter einer HO-Verkaufsstelle.


Die   Sonderausstellung „Lohntag im Schacht“ ist ab 09.06. bis zum 11. September 2011 in der Lohnschalterhalle des Museums zu sehen.

Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr (letzte Führung 16 Uhr). Der Kinderclub ist ein kostenloses Freizeit ­und Bildungsangebot des Museums, er trifft sich jeden Donnerstag, 15 Uhr im Museum. Nachwuchs ist jederzeit willkommen.

 Freie Presse Juni 2011, FOTO'S privat



 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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Bargeld aus der Lohntüte

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