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Flutsperre im Beuthenbachtal

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Planungen zum Hochwasserschutz schreiten voran

VON RONNY SCHILDER

Oelsnitz/Neuwürschnitz.    Der Baubeginn für den Damm im Beu­thenbachtal, der die Anlieger ent­lang der Würschnitz bis hinunter nach Neukirchen vor Überschwem­mungen schützen soll, rückt näher. Die Entwurfs- und Genehmigungs­planung ist zurzeit in Arbeit. Wenn alle Voraussetzungen geprüft und alle Erlaubnisse beisammen sind, könnte ab 2011 gebaut werden.

Eine jetzt vorgelegte Karte der Landestalsperrenverwaltung zeigt, was sich im Falle eines Hochwas­sers im Beuthenbachtal abspielen wird: Der bis zu 13 Meter hohe Damm begrenzt einen Tal-Aus­schnitt, der eine Million Kubikme­ter Wasser aufnehmen kann (Ge­samtstauraum). Erreicht wird im oberen Würschnitztal der so ge­nannte Schutzgrad HQ 1oo - ein Wert, an den nach Aussage des Oels­nitzer Bürgermeisters Hans-Ludwig Richter die Sachsen-Flut 2002 nicht herankam. „Bei HQ 1oo würden oh­ne Schutz selbst Teile der Höhlholz­siedlung unter Wasser stehen", ver­deutlicht Richter. „HQ 1oo" bezeich­net die statistische Wahrscheinlich­keit eines solchen Ereignisses - ein­mal in hundert Jahren.

Nach dem Dammbau staut sich das Wasser im Beuthenbachtal - dort, wo heute im Windschatten der Autobahn der Bach kurvenreich durch seine Aue fließt. Der Einstau­zustand, wie ihn die nebenstehende Grafik zeigt, wird allerdings nur bei Hochwasserlagen der entsprechen­den Gefährdungsstufen erreicht. Unter normalen Umständen bleibt das Tal weiter trocken. Gestaut wird

erst ab einem Durchfluss von fünf Kubikmetern pro Sekunde. Nach Ende der Hochwasserlage werden dann die Schütze gedrosselt geöff­net. Bei einem Vollstau würde es zehn Tage dauern, bis das Becken leer gelaufen ist.

Wenn der Damm mit immerhin 500 Metern Länge fertig ist, zeigt sich im Beuthenbachtal ein verän­dertes Landschaftsbild. Für den Bau werden fast 1oo.o0o Kubikmeter Erdstoff bewegt. Für zwei Jahre sei an den Zufahrtsstraßen mit einem erhöhten Schwerverkehr zu rech­nen, sagte Alexander Held von der Landestalsperrenverwaltung, Be­trieb Freiberger Mulde/Zschopau mit Sitz in Lengefeld-Rauenstein (an der Flöha). Im ersten Jahr soll das Massivbauwerk mit der Ab­sperrvorrichtung entstehen, das in den Damm integriert ist. Im zwei­ten Jahr folgt dann der eigentliche Damm. Die Landestalsperrenver­waltung mit Hauptsitz in Pirna, nor­malerweise für Gewässer 2. Ord­nung wie den Beuthenbach nicht zuständig, ist wegen der weitrei­chenden Auswirkungen des neuen Hochwasserschutzbeckens mit der Angelegenheit befasst. Wie Alexan­der Held im Oelsnitzer Stadtrat sag­te, werde sich der Dammbau im ge­samten Würschnitztal abwärts bis nach Chemnitz auswirken.

In der Maßnahmenliste des säch­sischen Umweltministeriums für dringliche Hochwasserschutzmaß­nahmen von 2005 sind die Kosten für das neue Becken mit 3,5 Millio­nen Euro angegeben. Das Schadens­potenzial bei einem HQ-100-Hoch­wasser ohne Dammbau wird auf 12,4 Millionen Euro geschätzt.

Die Grafik (oben) zeigt die Ausdehnung des zeitweiligen „Stausees" im Beuthenbachtat bei unterschiedlichen Hochwas­serlagen, wenn der zurzeit geplante 13 Meter hohe Damm dereinst das Wasser staut. Die äußerste Stauraum­grenze zeigt, welche Fläche bei HQ 100 vom Wasser bedeckt sein wird - einem im statistischen Durchschnitt alle hundert Jahre erreichten Hochwasserstand. Normalisiert sich nach einem Hochwasser die Situation, wird das Stauwasser kontrolliert abgegeben. So wird das Tal normalerweise trocken bleiben.

(Freie Presse vom02. Dezember 2009)
 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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