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Urzeit im Bergbaumuseum

Museum lässt die Urzeit wieder auferstehen

Im Rundbau des Karl-Liebknecht-Schachts wird ab nächste Woche das Modell eines Karbonwaldes eingebaut - Schau mit Geräuschen und Video

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Foto links: Im linken Teil des Lageplans ist die künftige Zugangssituation zum Bergbaumuseum Oelsnitz abzulesen: Vom Pförtnerhaus zum Treppenturm, via Brücke über die (ehemalige) Gleisanlage zum Rundbau und dann weiter zur Ausstellung an der Förderanlage. Das Quadrat mit Kreuz in der Mitte der Grafik kennzeichnet den Förderturm.

Foto rechts: Der Der Rundbau im Vordergrund mit der Brücke vom Treppenturm und dem Förderturm hinten. Der Ausbau dieses neuen Museumsteils ist in vollem Gange, ein Eröffnungstermin aber noch nicht benannt. -FOTO: ANDREAS TANNERT

VON RONNY SCHILDER

Oelsnitz. Die Ausgestaltung des neuen Ausstellungs- und Veranstal­tungsbereichs im Bergbaumuseum Oelsnitz, dem so genannten Rund­bau, macht dieser Tage große Fort­schritte. Einen Eröffnungstermin gibt es aber noch nicht. Immer wie­der hatte die historische Bau­substanz mit Überraschungen auf­gewartet, berichtet Museumsleiter Jan Färber. Zuletzt hatten Decken­balken zwischen dem Erd- und dem ersten Obergeschoss unerwartet we­gen Schwammbefall ausgetauscht werden müssen.

Im einem der Räume harrt be­reits ein Teil des künftigen „Stein­kohlenwaldes" seiner Aufstellung. In einem sechs Meter hohen Raum, 16,5 Meter lang und vier Meter breit, soll mit raffinierten ausstel­lungstechnischen Mitteln ein Ur­wald des Karbonzeitalters auferste­hen, aus dessen gefallenen Baumrie­sen dann unter Luftabschluss die Steinkohle entstand. Die Besucher werden sich durch diese Szenerie aus der Zeit vor mehr als 300 Millio­nen Jahren auf einem schmalen Pfad bewegen. Ihre Blicke fallen da­bei auf eine Videoinstallation, die den Eindruck des dreidimensiona­len Modells noch verstärken soll. Auch an der Geräuschkulisse arbei­tet bereits eine Agentur.

Für die Einrichtung dieses künf­tigen Paradestücks der Exposition veranschlagt Museumsleiter Färber rund vier Wochen. Wände und De­cke werden mit bedruckten Tapeten beklebt, die die Illusion des Waldes verstärken sollen. Die Baumriesen kommen von einer bayerischen Spezialfirma und wurden nach Vor­gaben von Geologen und Paläobota­nikern angefertigt. Die für die zwei­te Ferienwoche - ab Mitte Februar - geplante Anlieferung wird zur logis­tischen Herausforderung, da nur ein schmales Fenster zur Verfügung steht, um die Modelle ins Haus zu bekommen.

Mit dem im vorigen Jahr eröffne­ten Pförtnerhaus, dem Treppen­turm mit dem Museumscafe (eröff­net im Dezember) und der Brücke über die früheren Gleisanlagen bil­det der Rundbau nach seiner Fertig­stellung einen neuen Zugang zum Museum, in räumlicher, fachlicher wie didaktischer Hinsicht. Wäh­rend die Besucher den Weg der Bergleute im früheren Karl-Lieb­knecht-Schacht buchstäblich nach­vollziehen, führt ihre Reise zugleich von der Entstehung der Steinkohle bis zu deren Abbau. Das Museum, das zum Kulturbetrieb des Erzge­birgskreises gehört, schlägt damit auch mit Nachdruck die Richtung ein zu einer zeitgemäßen, durch neue Präsentationsformen gestütz­ten Ausstellung. „Um das Interesse an der Bergbauvergangenheit unse­rer Region auch für neue Besucher wachzuhalten, die nicht zur Gene­ration der Zeitzeugen gehören, müs­sen wir uns den sozial- und regio­nalgeschichtlichen Aspekten stär­ker widmen", sagt der Museumslei­ter. Wie der Bergbau und der Ener­giehunger der westsächsischen In­dustrie das frühere Leineweberdorf Oelsnitz in die pulsierende Gegen­wart der Industrialisierung katapul­tiert hat, möchte das Bergbaumuse­um längerfristig mit allen Sinnen erlebbar machen. Unter anderen schweben Färber dabei auch Füh­rungen „aus dem Museum heraus" vor, hin zu den Zeugnissen der Epo­che im Oelsnitz-Lugauer Revier.

Neben dem „Steinkohlenwald" dürfte im Rundbau auch der frühere Festsaal, der unter Denkmalschutz steht, Interesse finden. Eröffnet we­nige Monate nach dem von Hitler­deutschland angezettelten Krieg, mahnen Inschriften zum Frieden. Im Foyer des Rundbaus soll außer­dem der Straßenbahnkopf aufge­stellt werden, der an die historische Überlandhahn erinnert.

(Freie Presse 05.02.2010)

 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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