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Gemeinschaftsprojekt Kulissenaufbau

Jede freie Minute werkelt er in der Garage

HINTER DEN KULISSEN: Bei Wolfgang Thriemer entsteht das neue Bühnenbild für den Theaterverein Neuwürschnitz

VON CRISTINA ZEHRFELD

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Neuwürschnitz. Seit 14 Jahren kümmert sich Wolfgang Thriemer gemeinsam mit Burkhard Paul und Christoph Stölzel um den Kulissen­aufbau beim Theaterverein Neu­würschnitz. Damals wurde der Büh­nenaufbau aus einfachsten Mitteln von über Arbeitsbeschaffungsmaß­nahmen (ABM) Beschäftigten her­gestellt. Das Provisorium aus alten Webetafeln hat lange gehalten. Doch bereits nach der letzten Sai­son stand fest, dass die alte Spielstät­te des Theaters, die Turnhalle des Soziokulturellen Zentrums, einem Neubau weichen muss. Und in die neue Spielstätte wollte man nicht mit alter Kulisse einziehen. Also: Eine neue musste her.

Im Juni dieses Jahres wurde nun die Turnhalle des Soziokulturellen Zentrums in Neuwürschnitz abge­rissen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Wolfgang Thriemer sein Groß­projekt Kulissen-Neubau bereits weit vorangetrieben: „Mit tausend Schrauben hätten wir auch die alte Kulisse wieder hinbekommen, aber inzwischen, war sie verschlissen. Die Kulissen lassen beim Auf- und Abbau immer Federn."

Seit Februar ist Thriemer, der als Produktionsarbeiter in Oelsnitz ar­beitet, in jeder freien

Minute in sei­ner Garage zu finden. Dort wurde an Pressspanlatten und Holzlatten für eine neue Kulisse gebastelt. Als gelernter Maurer hat Thriemer den Kulissenbau zwar nicht von der Pi­ke auf gelernt, doch er meint: „Ei­gentlich ist das kein Problem, das ist wie Trockenbau, man muss sich nur vorstellen können, wie es werden soll. Das ist ein Baukastensystem, bei dem man alles variieren kann. Sowohl in der Breite, als auch in der Tiefe ist das erweiterbar." Derzeit seien etwa zwei Drittel der vorhan­denen Elemente aufgebaut. „Wir ha­ben zwei Türen und ein Fenster. Ei­ne Kulisse muss so leicht, so einfach und so stabil wie möglich sein."

Die Voraussetzungen waren gut. Die Spanplatten wurden von einer Firma gesponsert, das restliche Ma­terial hat der Musikverein Neu­würschnitz bezahlt. Und um ganz sicher zu gehen, dass auch alles passt, wurden die Einzelteile zwi­schendurch schon mal probehalber aufgebaut.

Auch wenn Thriemer beim Bau der Kulisse den Hut aufhatte, ist die Arbeit im Theater für ihn ein Gemeinschaftsprojekt. „Den Aufbau mache ich ja nicht allein, da helfen alle mit. Wenn alles klappt, steht die Kulisse in zwei Stunden."

Wie wird man eigentlich Kulis­senbauer für ein Laientheater? Zum Theater gekommen ist der 54-jähri­ge Wolfgang Thriemer durch seine Frau Marion, die zum Urgestein des Theaters gehört. Den Abbau der Bühne haben die Darsteller im ers­ten Jahr nicht hingekriegt. Da ha­ben wir Männer das übernommen und seither regelmäßig auf- und ab­gebaut." Der Wunsch, selbst als Mi­me vor Publikum zu stehen, hat er aber bis heute nicht. „Dazu fehlt mir das schauspielerische Talent."

-FOTO oben: ANDREAS TANNERT
Wolfgang Thriemer vom Theaterverein Neuwürschnitz beim Kulissenbau für das Mundartstück „Wagn Erbschaft zu".

(Freie Presse 10./11. Oktober 2009

 
 
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