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Sicherheitsmaßnahmen zum Sachsentag

Oelsnitz organisiert den Ausnahmezustand

Während die Mittweidaer ihrem Tag der Sachsen entgegenfiebern, werden am Äquator die ersten Entscheidungen für nächstes Jahr festgezurrt
Sperrkreise, Zufahrtsbeschrän­kungen, Sicherheitsauflagen: Als „unseren G8-Gipfel" bezeichnet der Organisationschef des Tags der Sachsen in Oelsnitz augenzwinkernd das Großereignis im nächsten Jahr. Die ersten organisatorischen Entscheidungen sind getroffen.

VON RONNY SCHILDER

Oelsnitz. An vier Tagen im September nächsten Jahres müssen sich die Bewohner der Oelsnitzer Innenstadt auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen. Die Riesenparty - erwartet werden in Oelsnitz rund 250.000 Besucher, allein am Samstagabend bis zu 1oo.ooo - erfordert Sicherheitsmaßnahmen, wie sie im Alltag unbekannt sind. Im inneren Sperrkreis dürfen von Freitagfrüh bis Montagmittag keine Autos bewegt, es darf weder hin- noch weggefahren werden. Der äußere Sperrkreis, der bis zu den Großparkplätzen reicht, ist nur mit Einfahrtsgenehmigung passierbar. Organisationschef Tilo Nüßler rechnet mit rund 2 5.000 Anträgen.

ausnahmezustand

Sperrkreise zum Tag der Sachsen 2010 nach jetzigem Planungsstand. Es kann noch Änderungen geben.

Countdown in Mittweida
Die Vorbereitung zum Tag der Sachsen 2010 läuft seit einem Jahr und geht nach dem ersten September­Wochenende, an dem der Landestag in Mittweida gefeiert wird, in die, heiße Phase. Dann stellt das Kuratorium die entscheidenden Weichen, die Vereine bewerben sich, die Konzepte werden festgezurrt.

Beim Sachsentag in Mittweida tritt Oelsnitz erstmals als Ausrichterstadt in Erscheinung. Am Sonntag, den 6. September, 18 Uhr, wird auf der MDR-Bühne der Staffelstab vom Mittweidaer an den Oelsnitzer Bürgermeister übergeben. Läufer des Oelsnitzer Laufclubs bringen den Stab nach Oelsnitz, wo er am Marktplatz in Empfang genommen wird. Vorher rollt ein Oelsnitzer Sattelschlepper im Mittweidaer Festumzug mit, auf dem Neptun und seine Nixen mit Maskottchen Karli die Äquatortaufe zelebrieren. „Sachsen feiert am Äquator“ ist das Motto des Oelsnitzer Sachsentages. In Mittweida heißt es heuer etwas sperrig „besser MITTeinander“.

Bühnen und Meilen
Zwölf Bühnen und viele über die Stadt verteilte Schwerpunktbereiche, Meilen genannt, finden in den Plänen der Oelsnitzer Organisatoren schon langsam ihren Platz. Mit ziemlicher Sicherheit wird die MDR-Bühne auf dem Marktplatz stehen - überträgt der MDR doch auch im Fernsehen zum Beispiel den Festumzug. Drei private Rundfunksender haben ebenfalls Interesse an Bühnen angemeldet. Die Abstimmungen laufen noch.
Relativ sicher scheint bereits zu sein, wo die so genannte „Schlemmermeile" hinkommt - in die Au­gust-Bebel-Straße. Sie liegt zentral im Festgebiet und es gibt Parkmöglichkeiten für die Betreiber. Auch Stellplatz und Verlauf des Festumzugs sind klar: Los geht's in Oberoelsnitz am Viadukt. Organisationschef Nüßler rechnet mit 4000 Mitwirkenden, wobei der Vorbeimarsch nicht länger als zwei Stunden dauern sollte. Brächte es der Umzug wie in Grimma 2008 auf vier Stunden Dauer, wäre die Hälfte davon im Fernsehen gar nicht zu sehen. Eine Enttäuschung nicht nur für die Zuschauer, sondern auch viele Teilnehmer.

Die Werbemaschinerie der Oelsnitzer läuft nach Mittweida erst so richtig an. Am 3. Oktober gestaltet Oelsnitz im Sächsischen Landtag das Kulturprogramm zum Tag der offenen Tür - traditionell als Ausrichterstadt des nächsten Sachsentags.

SPLITTER

1200 Sicherheitskräfte
An der Oelsnitzer Pflockenstraße werden die Sicherheitskräfte ihr Quartier aufschlagen. Momentan wird mit rund 1200 Einsatzkräften beim Stollberger Sachsentag gerechnet. Schon heute sind die Zu- und Abfahrtsrouten vom und ins Festgelände geklärt.

Notfallkrankenhaus
Die Mittelschule wird als Notfallkrankenhaus hergerichtet. Rund 300 DRK-Helfer werden nach jetziger Planung eingesetzt, auch die umliegenden Krankenhäuser in die Planungen einbezogen.

Drei Empfänge geplant

Der Vorsitzende des Kuratoriums Tag der Sachsen wird nach jetziger Planung einen Empfang in der Oelsnitzer Stadthalle geben, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich in der Aula des Berufsschulzentrums und die Industrie- und Handelskammer in der Firma FSG.

Zwölf Vereinsbühnen
Neben den Medienbühnen sind eine Sport-, eine Kirchen-, eine Weih­nachts-, eine Kaufhausbühne, ein Faschingszelt, eine Bundeswehr-, ei­ne Landtags-, eine Garten-, eine Blaulicht-, eine Rock-, eine Schul ­und eine Countrybühne geplant.

Anmeldung im Internet
Der Oelsnitzer Intemetauftritt zum Tag der Sachsen 2010 wird nach dem Mittweidaer Sachsentag um ein Anmeldeformular erweitert.

http://www.tds-oelsnitz-erzgeb.de/

 

HINTERGRUND
Ein dicker Ordner voller Regularien

Als Tilo Nüßler, öffentlich vor allem als Leiter des Bergmusikkorps „Glück Auf" - Oelsnitzer Blasmusikanten bekannt, vor einem Jahr die Organisationsleitung zum Tag der Sachsen 2010 übernahm, ahnte er nicht, was alles daran hängt. Das gibt er heute gerne zu. Mit Enthusiasmus stürzte er sich in die Arbeit, schaute viel von Mittweida ab und schätzt heute ein, dass er in seine Aufgaben hineingewachsen ist. Die gesamten Regularien füllen einen dicken Ordner, der in Tilo Nüßlers Büro in der Stadthalle steht.
Veranstalter des Tages der Sachsen ist das gleichnamige Kuratorium, dem Vertreter von 136 Vereinen und Verbänden sowie des Freistaats angehören. Das Kuratorium, das wichtige Entscheidungen auch zu konkreten Einzelfragen trifft, hatte sich im Februar 1992 konstituiert. Im gleichen Jahr fand am ersten Septemberwochenende der erste Tag der Sachsen in Freiberg statt.
Einen Sachsentag übrigens hat es in der Geschichte schon früher ein­mal gegeben: im Juli 1914 in Dres­den. Das dreitägige Fest lag genau zwischen dem Attentat von Saraje­vo und der Kriegserklärung Öster­reich-Ungarns an Serbien, die den Ersten Weltkrieg einleitete. An eine Wiederholung des Fests war in der Kriegszeit nicht zu denken. (ros)

(Freie Presse  vom 12. August 2009)

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Tilo Nüßter, Organisationschef des Tages der Sachsen 2010 in Oelsnitz, auf dem städtischen Marktplatz, wo am Abend des 6. September der Staf­felstab aus Mittweida erwartet wird    
-Foto Andreas Tannert-









 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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