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Vereinsfeier am Äquator

  Oelsnitzer Vereinsfeier am Aquator
Tolle Parade vom Concordiaplatz zur Reithalle mit Blick auf 2010

von Dietmar Nestler

Die Oelsnitzer Vereine können organisieren und feiern, das bewiesen sie am 20. Juni eindrucksvoll.

In einer Diskussionsrunde des Stadtoberhauptes Hans-Ludwig Richter mit den Vereinsvorständen Anfang des Jahres wurde die Idee geboren, ein Fest der Vereine für die Vereine zu veranstalten. Warum sollte die 2007 symbolisch geschaf­fene Äquatorlinie auf der Bad­straße nur einmal jährlich zur Taufe der Abiturienten im Mit­telpunkt stehen? Die Stadt be­zog sich bei der Bewerbung für den Tag der Sachsen 2010 und dem vorgeschlagenen Motto „Sachsen feiert am Äquator" auf die Tradition des Bergbaus, welcher die Stadt einst prägte, also auf die Steinkohle. Diese entstand vor Millionen Jahren an der Äquatorlinie, die in Eu­ropa verlief. In relativ kurzer Zeit gelang es, die Mitglieder von 20 Oelsnitzer Vereinen für die Idee zu begeistern, schon 2009 am Äquator zu feiern. Eine tolle Stimmung herrschte bereits am Stellplatz, dem Concordiaplatz. Salut­schießen der Schützen setzten den Festzug unter dem Beifall zahlreicher Oelsnitzer entlang der Straße bis zur Reithalle in Bewegung. Zum großen Gaudi gestaltete sich die Äquatortau­fe durch Neptun. Unterstüt­zung erhielt er durch zwei Ni­xen und den beiden Feuer­wehren, die für das benötigte nasse Element sorgten. Die Äquatorlinie musste durch je­weils ein Vereinsmitglied gereinigt werden, damit war symbolisch der Schmutz der nördlichen Halbkugel beseitigt, der Verein erhielt durch Neptun einen würdigen, nicht allzuernst zu nehmenden Na­men. Auch diese Prozedur wurde mit einem Salut­schießen eingeleitet. So zog der Festzug in die in eine Feierhalle umgestaltete Reithalle ein. Und hier ging nach der Eröffnung durch Bürgermeister Richter für zwei Stunden die Post noch einmal so richtig ab. Die Oelsnitzer Blasmusikanten und der Neu­würschnitzer Musikverein verschmolzen zu einem Orchester.

Unter Leitung von Bernd Herzig gab es ein tolles, unter­haltsames Programm, das die Funkengarden der drei Carne­valsvereine bereicherten. Die gute Stimmung in der voll be­setzten Halle war kaum zu überbieten. Wer keinen Platz in der Halle hatte oder sich die Füße etwas vertreten wollte fand im Außengelände bei den Schützen Ablenkung, konnte eine Äquatorschnecke, eine Probe vomÄquatorkessel oder ein Äquatorbier verkosten. Einen Höhepunkt gab es mit der erstmals durchgeführten Ehrung des „Oelsnitzer Urge­stein". Damit soll das Engage­ment in den Vereinen gewür­digt werden. Diese Ehrung wurde dem siebenundsiebzi­gjährigen Horst Kretzschmer zuteil, der fünf Jahrzehnte als Übungsleiter im Boxen und Pferdesport aktiv ist und tolle Ergebnisse mit seinen Schütz­lingen erringen konnte. Nach diesen Programm konn­ten die Vereinsmitglieder selbst feiern und zu den Melo­dien und bekanntermaßen teils deftigen Texten das Tanz­bein schwingen. Ein gelunge­ne Veranstaltungspremiere, die auf weitere Äquatorfeste hoffen lässt. Die rührigen Ver­eine mit ihren Mitgliedern, den Sponsoren, mit Unterstüt­zung der Stadtverwaltung machten es möglich. Wenn 2010 zum Tag der Sachsen die Äquatorlinie selbst nicht im Festgelände liegt, so darf man schon heute sicher sein, dass die Oelsnitzer gute Gastgeber an ihrem Äquator sein werden und gewiss kräftig mit feiern. Nun ist jedoch am kommen­den Wochenende in Oelsnitz erneut feiern angesagt. Die Oberoelsnitzer feiern gleich im Dreierpack. 100 Jahre Schulfest, 60 Jahre Goethe­schule, 55 Jahre Wohnbezirks­fest und 30 Jahre Ober Oelsnit­zer Carneval Verein (OOCV). Höhepunkt der dreitägigen Programme wird der Festum­zug am Sonntag, 27. Juni, sein. Damit nicht genug, eine Woche später, am 5. Juli gibt es im Waldbad des Ortsteiles Neuwürschnitz mit der Waldbadregatta ein weiteres Ereignis. Ja, aufs organisieren und feiern verstehen sich die Oelsnitzer!




Jens Leichsenring, Vorsitzender des Schützenvereins Oelsnitz hat gut Lachen, er kann nach gründlicher Reinigung der Äquatorlinie
und der Taufe durch Neptun, assistiert durch zwei hübsche Nixen, seine Schützen über in die süldliche Hemisphäre führen.

Foto: Nestler

 

 



Horst Kretzschmer in Jubelpose über die zuteil gewordene Ehrung „Oelsnitzer Urgestein", überreicht von Bürgermei­ster Hans-Ludwig Richter, assistiert von Neptun, alias Ulli Kretzschmer.

Foto: Nestler

 

 

 

(WOCHENSPIEGEL vom 24. Juni 2009)

 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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